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Wifo: Reparatur-Markt in Österreich ist stark unterentwickelt

Wifo empfiehlt steuerliche Anreize, etwa eine Mehrwertsteuer-Begünstigung für Reparaturleistungen - Von einer Absetzbarkeit von der Einkommensteuer würden nicht alle Konsumenten profitieren. (Bild: © LightFieldStudios) Wifo empfiehlt steuerliche Anreize, etwa eine Mehrwertsteuer-Begünstigung für Reparaturleistungen - Von einer Absetzbarkeit von der Einkommensteuer würden nicht alle Konsumenten profitieren. (Bild: © LightFieldStudios)

Wien (APA) – Gebrauchsgüter zu reparieren statt sie wegzuwerfen wäre ressourcenschonend und wichtig zur Erreichung der Klimaziele – der Markt dafür ist aber in Österreich stark unterentwickelt, sagt das Wifo in seinem aktuellen Monatsbericht und schlägt steuerliche Anreize vor, um den Reparaturmarkt zu fördern. Eine gute Möglichkeit wäre die Senkung des Mehrwertsteuersatzes für kleine Reparaturen.

Der in Österreich unzureichend ausgebildete Reparaturmarkt für Gebrauchsgüter könne durch verschiedene steuerliche und ausgabenseitige Instrumente gefördert werden, die in regulatorische Maßnahmen eingebettet werden sollten, erklären die Studienautoren Angela Köppl, Simon Loretz, Ina Meyer und Margit Schratzenstaller.

Der Reparaturmarkt umfasse in Österreich im Wesentlichen drei Teilsegmente: Reparatur von Kraftwagen, Reparatur von Maschinen und Reparatur von Gebrauchsgütern. Für Kraftfahrzeuge und Maschinen gebe es einen etablierten Markt für Reparaturen, während die wirtschaftliche Bedeutung der Reparatur von Gebrauchsgütern bisher eher gering sei, sagen die Wirtschaftsforscher. Vom Gesamtvolumen von 6,7 Mrd. Euro entfielen demnach 2016 mehr als 95 Prozent auf die Reparatur von Kraftfahrzeugen und Maschinen und nur 4,5 Prozent (rund 300 Mio. Euro) auf die Reparatur von Gebrauchsgütern.

Während das Umsatzvolumen aus dem Verkauf von dauerhaften Konsumgütern (z. B. Haushalts- und Unterhaltungsgeräten, Möbel, Schmuck, ohne Kfz) 12,9 Mrd. Euro betrage, hätten die Umsatzerlöse aus Reparaturen von Gebrauchsgütern 2016 lediglich 2,3 Prozent des dauerhaften Konsums ausgemacht.

Zur Förderung des Reparaturmarktes gebe es für die Wirtschaftspolitik verschiedene Möglichkeiten, etwa die Absetzbarkeit von Reparaturausgaben von der Einkommensteuer oder die Senkung der Lohnnebenkosten für Reparaturbetriebe bzw. eine allgemeine Förderung solcher Betriebe. Auf Konsumentenseite wären Förderungen in Form von Reparaturschecks möglich, sagt das Wifo. Daneben stünden auch nicht-fiskalische Instrumente zur Verfügung, etwa durch Regulierungen und Information.

Eine Herabsetzung des Mehrwertsteuersatzes für kleine Reparatur-Dienstleistungen – etwa Reparaturen von Fahrrädern und Schuhen, Änderungsschneidereien – wäre ohne größeren Aufwand möglich und auch zulässig im Rahmen der EU-Mehrwertsteuer-Richtlinie, sagt das Wifo. Eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf alle Reparaturen wäre derzeit hingegen nicht konform mit dem EU-Recht.

Die direkte Förderung durch Reparaturschecks hätte zwar den Vorteil, dass dadurch eine gezielte Förderung von bestimmten Betrieben oder Personengruppen möglich wäre, allerdings wäre diese Art der Förderung mit einem hohen Verwaltungsaufwand verbunden, auch um Doppelförderungen zu vermeiden.

Eine indirekte Förderung durch die Absetzbarkeit von der Einkommensteuer wäre ebenfalls mit hohem administrativem Aufwand verbunden und hätte außerdem den Nachteil, dass nicht-steuerpflichtige Konsumenten von der Förderung ausgeschlossen wären.

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