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33 Mitarbeiter der Finanzpolizei waren an der Aktion beteiligt. (Bild: © APA/HERBERT-PFARRHOFER) 33 Mitarbeiter der Finanzpolizei waren an der Aktion beteiligt. (Bild: © APA/HERBERT-PFARRHOFER)

Villach – Die Finanzpolizei hat in Kärnten bei einer Security-Firma Sozial- und Abgabenbetrug in großem Stil aufgedeckt. Bei einer Hausdurchsuchung am Dienstag wurden Unterlagen sichergestellt, aus denen hervorgeht, dass alle 537 Mitarbeiter offiziell geringfügig beschäftigt waren, aber weit mehr arbeiteten. Die Mehrarbeit wurde schwarz gezahlt, teilte das Finanzministerium am Dienstag mit. Fast 500 Mitarbeiter kassierten außerdem auch noch Arbeitslosengeld.

An der Hausdurchsuchung, die um 4.30 Uhr in der Früh im Privathaus des Firmeninhabers im Bezirk Villach-Land durchgeführt wurde, waren 33 Mitarbeiter der Finanzpolizei, vier Beamte der Cybercrime-Einheit des Zolls und sechs Cobra-Mitglieder beteiligt.

537 Mitarbeiter offiziell geringfügig beschäftigt, arbeiteten aber viel mehr

Den Fall ins Rollen brachte eine Kontrolle der Finanzpolizei bei einer Veranstaltung, bei der auch Mitarbeiter des Securityunternehmens anwesend waren. Aufgrund des Erstverdachts wurde das Predictive Analytics Competence Center (PACC) der Finanzverwaltung mit einer IT-unterstützten Risikoanalyse dieses Unternehmens beauftragt, das den Verdacht erhärtete.

Die Durchsuchung brachte die erwarteten Ergebnisse. Die 537 geringfügig Beschäftigten wurden durch Betrug bei den Fahrtenbüchern schwarz für die tatsächlich geleistete Arbeit bezahlt. Diese wurden mit fiktiven Strecken gänzlich gefälscht, die Bediensteten erhielten illegal steuerfreies Kilometergeld in der Höhe von 42 Cent pro Kilometer.

Bezahlung mit gefälschten Fahrtenbüchern

Sozialversicherungsabgaben und Lohnsteuern wurden in großem Stil hinterzogen. Die Abrechnungsunterlagen der Firma hatte der Inhaber im Keller seiner Schwester versteckt, die Beamten fanden sie aber. Die Cybercrime-Einheit des Zolls sicherte zudem sämtliche Computerdaten und wertet diese derzeit aus.

Viele kassierten auch Arbeitslosengeld

Der Firmenchef gab bei der ersten Einvernahme alles zu. Die illegalen Praktiken dürfte er bereits seit 2015 gepflogen haben. Gegen jeden einzelnen Angestellten, der zu Unrecht Arbeitslosengeld bezogen hat, wurde Anzeige wegen Betrugs bei der Staatsanwaltschaft erstattet.

Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) erklärte, man werde auch weiterhin gegen schwarze Schafe, die sich illegal bereichern wollen, konsequent vorgehen: „Jede Form des Sozial- und Abgabenbetrugs ist Betrug an der Allgemeinheit.“ (APA)

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