Antwort auf: All inklusive und Überstunden herausschälen

#67294
rkraft
Teilnehmer

Lieber Martin,

meines Wissens ist es weder aus der VwGH-Judikatur noch aus den Lohnsteuerrichtlinien des BMF klar ableitbar, ob die von Ihnen geschilderte Art des Herausschälens im Zusammenhang mit der Errechnung monatlich schwankender Grundgehalts-, Mehrstunden- und Überstundenwerte akzeptiert wird.

Das in der VwGH-Judikatur immer wieder anklingende Grundsatzerfordernis, dass „die genaue Anzahl und
zeitliche Lagerung aller im Einzelnen tatsächlich geleisteten
Überstunden und die genaue Höhe der dafür über das sonstige
Arbeitsentgelt hinaus mit den Entlohnungen für diese Überstunden
bezahlten Zuschläge feststehen“ müsse (vgl zB VwGH 26. 1. 2006, 2002/15/0207), wäre in Ihrem Fall – Aufzeichnungen vorausgesetzt – durchaus erfüllt.

Die Problematik könnte aber im permanenten Schwanken der Bezugsgrößen zu sehen sein. Dieses Schwanken könnte dadurch verhindert werden, dass zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine ausdrückliche Vereinbarung über die Anzahl der monatlich (im Durchschnitt) zu leistenden Mehr- bzw Überstunden erfolgt. Diese Vereinbarung würde dann als Basis für das Herausschälen der Überstundenzuschläge dienen und gleichzeitig wohl vermeiden, dass es im Sinne der VwGH-Judikatur bzw der Lohnsteuerrichtlinien zu einer „Änderung in der Methode des Herausschälens“ kommt, die „zu einem anderen Stundenteiler führen würde“.

Ausdrücklich und von „offizieller“ Seite, sprich durch die Finanz ist die Frage aber meines Erachtens – wie gesagt – (noch) nicht wirklich geklärt.

Schöne Grüße,
Rainer Kraft